|
Erzbistum Paderborn schließt "Der Dom"-Redaktion (II)
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Vorstand des DJV-OWL hat jetzt einen Protest-Blog zur Entlassung
der Dom-Redaktion online gestellt:
www.dom-protest.de
Hier findet Ihr alle Informationen zu den Ereignissen in Paderborn,
die Medienreaktionen, die offiziellen Pressemitteilungen, die
Reaktionen der Menschen auf diese Aktion der Paderborner Bonifatius
GmbH. Hier werden wir Euch über die aktuellen Entwicklungen
auf dem Laufenden halten und hier könnt Ihr Euren Protest
und Eure Meinung zu der Kündigung der Kolleginnen und Kollegen
drei Tage vor Heiligabend kundtun und so den Dom-Redakteuren den
Rücken stärken.
Nutzt den Protest-Blog, macht in Eurem Umfeld auf ihn aufmerksam
und unterstützt so die Kollegen.
Erzbistum Paderborn schließt "Der Dom"-Redaktion
Ausgerechnet drei Tage vor Weihnachten hat der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker angekündigt, die Redaktion seiner Bistumszeitung "Der Dom" spätestens zur Jahresmitte 2010 komplett vor die Tür setzen zu wollen. Fünf Redakteure und zwei feste Freie sind von dieser Entscheidung des Bistums, dem die Produktion der Wochenzeitung zu teuer geworden ist, betroffen.
Begründet wird der überraschende Schritt mit der wirtschaftlichen Lage der Wochenzeitung, die unter hohem Kostendruck und Auflagenschwund leide.
Dagegen sagt der bisherige Chefredakteur Christian Schlichter: "Der Dom ist kreuzgesund." Schlichter versteht den überraschenden Schritt des Bistums nicht: "Wieso hat man nicht mit der Redaktion gesprochen?" Laut Pressemitteilung des Erzbistums wurde die Aufgabe der Redaktion mit dem Erzbischof als Herausgeber "im Vorfeld intensiv beraten."
Künftig setzt das Erzbistum auf die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) in Bonn, die journalistische Inhalten zuliefern soll. Wie genau die Zusammenarbeit ab dem 1. Janauar kommenden Jahres aber genau aussieht, konnten gestern die Geschäftsführer Thomas Juncker (KNA) und Rainer Beseler (Bonifatius Verlag Paderborn) noch nicht übereinstimmend beschreiben. Dort befinde man sich noch im "Abstimmungsprozess", so Beseler auf Nachfrage. Beseler spricht aber von einem "klaren Schnitt", der angesichts der künftigen Entwicklung in der Branche nötig gewesen sei. Es sei eine "zukunftsweisende Entscheidung". KNA will künftig weiteren deutschen Bistumszeitungen nach dem Vorbild der Deutschen Presseagentur (dpa) vorproduzierte Inhalte anbieten.
Pikant an der Paderborner Ankündigung ist, dass der Paderborner Erzbischof Becker vor fast genau drei Jahren vor dem Hintergrund der ersten deutschen Redaktionsschließung bei der Münsterschen Zeitung in Münster gemahnt hatte: "Sachgerecht, umfassend, kritisch, unabhängig berichten hat seinen Wert und braucht deshalb gerechten Lohn und nicht Tarifflucht!"
(siehe auch diesen Beitrag im Tagesspiegel des 27.1.2007)
Damals hatte Becker, der auch stellvertretender Vorsitzender der Publizisitschen Kommission der deutschen Bischöfe ist, öffentlich gefragt: "Kann es angehen, dass die Kräfte und Herausforderungen der Globalisierungsbeschleunigung die Verantwortlichen davon entbinden, gewissenhaft zu handeln und Verantwortung zu übernehmen?" Beckers fragende waren damals bundesweit beachtet worden: "Täuscht mich der Eindruck, dass die moralische Schere zwischen rücksichtslosem Profitdenken und sozialer Fairness auch in der medialen Welt immer weiter aufgeht?"
Als "verlegerisch fragwürdig und menschlich tragisch" kritisiert die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e.V. (GKP) die Entscheidung des Paderborner Bischofs für die Redaktionsauflösung
(siehe diesen Beitrag vom 22.12.2009). Die Gesellschaft weist auf den Interessenskonflikt bei der KNA hin, da sie als Nachrichtenagentur zu Neutralität und Sachlichkeit verpflichtet sei und unabhängig über diözesane Entwicklungen berichten müsse. Zudem gerate die KNA durch die Kooperation in Konkurrenz zu anderen Bistumszeitungen, deren Dienstleister sie ist. Mehrheitsgesellschafter der KNA ist zu rund 80 Prozent der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD).
DJV-NRW kooperiert mit der Fotoakademie Westfalen
Die Fotoakademie Westfalen in Bönen ist neuer Kooperationspartner des DJV-NRW. Damit baut der Landesverband sein Netzwerk in der journalistischen Fortbildung weiter aus. Mitglieder des DJV erhalten ab 2010 bei der Fotoakademie Westfalen auf die Teilnahmegebühren ausgewählter Seminare einen Rabatt. Die ersten gemeinsamen Seminare haben die Themen „Grundlagen der digitalen Fotografie“, „Lightroom-Schulung für DJV-Mitglieder“ oder „Canon E-TTL und Nikon I-TTL Technik“. Das Seminar „Foto-Crash-Kurs für Redakteure“ richtet sich insbesondere an schreibende Redakteure und Journalisten, von denen häufig gefordert wird, auch das notwendige Bildmaterial zur Verfügung zu stellen.
Inhaltliche und organisatorische Fragen zu den Seminaren erteilt die Fotoakademie Westfalen: www.fotoakademie-westfalen.de
Der DJV-NRW fördert die Seminarteilnahme seiner Mitglieder finanziell. Alles Weitere dazu im Internet unter Seminarförderung. Weitere Kooperationspartner sowie viele weitere für DJV-Mitglieder ermäßigte Veranstaltungen finden Sie auf der Internetseite Seminare. Fragen zur finanziellen Förderung beantwortet Gabi Olmes in der Geschäftsstelle des DJV-NRW in Düsseldorf unter Telefon: 0211/2 33 99-33 und olmes@djv-nrw.de. Allgemeine Fragen und Anregungen zur journalistischen Fortbildung nimmt Bildungsreferentin Dagmar Thiel entgegen, Telefon: 0 59 24/7 85 56 52, bildungsreferat@djv-nrw.de. |